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So funktioniert Ihr Körper

Wenn Sie verstehen, wie Ihr Körper funktioniert, haben Sie eine genauere Vorstellung davon, was Sie mit Ihrem Katheter tun – und wohin er gelangt.

Die Produktion und Speicherung von Harn

Die Harnentleerung

Die Produktion und Speicherung von Harn

Die Nieren [1] liegen knapp innerhalb des unteren Brustkorbrandes rechts und links am Rücken. Eine Hauptfunktion der Nieren ist die Ausscheidung von Abfallprodukten der biochemischen Prozesse, die in unserem Körper ablaufen. Die Nieren werden kontinuierlich von Blut durchströmt. Sie filtern aus dem Blut Salze und andere chemische Stoffe heraus, die ausgeschieden werden müssen. Die Nieren entziehen dem Blut außerdem Wasser. Aus diesem Wasser, den Salzen und den übrigen chemischen Stoffen besteht der Harn. Aus den Nieren rinnt der Harn tropfenweise durch die Harnleiter (Ureter) [2] hinunter zur Harnblase [3], wo er sich ansammelt.

Die leere Blase gleicht einem schlaffen Ballon oder Sack, der sich allmählich dehnt, wenn der Harn hineinfließt. Harn wird ständig produziert, hauptsächlich aber während der Wachstunden. Sobald die Harnblase 200 bis 250 ml Harn enthält, spüren die meisten Menschen den Drang, sie zu entleeren. Sie können jedoch problemlos damit warten, bis die Harnmenge auf etwa 500 ml angestiegen ist. Für den Verschluss der Blase sorgt ein ringförmiger Schließmuskel (der Sphinkter) [4] am Blasengrund.

Die Harnentleerung

Am Blasengrund [1] befindet sich eine Öffnung, die von einem ringförmigen Schließmuskel (Sphinkter) kontrolliert wird. Wenn sich dieser Schließmuskel entspannt, öffnet er sich, die Blase zieht sich zusammen und der Harn fließt durch die Harnröhre (Urethra) [2] ab. Die Nerven, die dem Schließmuskel an der Blase das Kommando zum Öffnen geben, werden vom Gehirn gesteuert. Die Harnröhre eines Mannes ist
15 bis 30cm lang und S-förmig. Sie verläuft von der Blase durch die Prostata [3] bis zur Penisspitze [4]. Die Harnröhre ist äußerst flexibel. Der engste und festeste Teil der Harnröhre liegt in der Penisspitze. Dort beträgt ihr Durchmesser etwa 6 bis 7 mm, was einer Kathetergröße von 18 bis 21 entspricht. Unter Mehr zum Thema Katheter finden Sie weitere Informationen zur Kathetergröße.

Beim Katheterisieren kann man die natürliche S-Krümmung der Harnröhre in eine U-Form ändern. Dazu hebt man den Penis an in einem Winkel von 60 bis 70 Grad vom Körper weg. Diese U-Form der Harnröhre erleichtert das Vorschieben des Katheters und vermindert das Risiko einer Verletzung der Harnröhre.

Je nach Flüssigkeitsaufnahme, Ernährung und Medikamenteneinnahme entleeren die meisten Menschen ihre Blase vier bis sieben Mal am Tag. Sie können beobachten, dass die Farbe Ihres Harns immer dunkler wird, je weniger Sie trinken. Die Erklärung dafür ist, dass den Nieren weniger Flüssigkeit für die Ausscheidung von Abfallprodukten zur Verfügung steht, je weniger Sie trinken. Die dunklere Farbe des Harns bedeutet, dass die Konzentration der Abfallprodukte im Harn höher ist. Sie sollten immer so viel Flüssigkeit zu sich nehmen, dass der Harn eine hellgelbe Farbe hat. Bitte beachten Sie, dass manche Dinge, die Sie trinken oder essen, den Harn ebenfalls verfärben können.

Intermittierender Katheterismus

Es gibt viele Gründe, warum manche Männer ihre Blase nicht willentlich entleeren können und dazu einen Katheter brauchen. Ihr Zustand kann vorübergehender Natur sein, vielleicht werden Sie aber immer einen Katheter brauchen. Ursachen hierfür können eine Schädigung der zur Blase führenden Nerven, eine vergrößerte Prostata, Operationsfolgen oder ein angeborener Zustand sein. Unabhängig von der Ursache darf der Harn nicht in der Blase verbleiben. Wird die Blase zu lange nicht entleert, staut sich der Harn und kann Infektionen verursachen. Es gibt noch weitere wichtige Gründe, weshalb die Blase regelmäßig vollständig entleert werden muss.

Wozu dient der intermittierende Katheterismus?

Wie funktioniert der intermittierende Katheterismus?

Mehr zum Thema Katheter?

Verwendung eines Einmalkatheters

Verwendung eines Einmalkatheters mit verbesserter Kontrolle

Tipps & Tricks

Wozu dient der intermittierende Katheterismus?

In den meisten Fällen können Sie durch die intermittierende (zeitweise) Verwendung eines Katheters die Kontrolle über Ihre Blase zurückerlangen, statt dass die Blase Sie und Ihr Leben kontrolliert. Dies kann zu einer höheren Lebensqualität für Sie und Ihre Familie beitragen.

Wenn Sie Ihre Blase nicht vollständig entleeren können, staut sich der Restharn und kann eine Infektion der Blase bzw. der Nieren hervorrufen, denn unter diesen Umständen wachsen und vermehren sich Bakterien. Eine Infektion kann die Blase reizen, sodass kein vollständiger Verschluss mehr erfolgt und es zur unabsichtlichen Teil- oder Ganzentleerung der Blase (Inkontinenz) kommt. Der intermittierende Katheterismus kann zur Reduktion von folgenden Problemen beitragen:

  • Blaseninfektionen
  • Niereninfektionen
  • Schmerzen und allgemeine Unannehmlichkeiten (Müdigkeit, erhöhte Körpertemperatur, Schmerzen und trüber, übel riechender Harn) im Zusammenhang mit Infektionen
  • Hoher Bedarf an Medikamenten zur Behandlung von Infektionen (Antibiotika)
  • Inkontinenz-Episoden
  • Mit Inkontinenz verbundene mentale, soziale und körperliche Einschränkungen

Wenn Sie überhaupt keinen Harn ablassen können, sammelt er sich in Ihrer Blase an und kann zu den Nieren aufsteigen, was zu Störungen der Nierenfunktion oder sogar zu Nierenschädigungen führen kann. Eine Überfüllung der Blase kann auch zur Erschlaffung der Blasenwand führen, ähnlich wie bei einem überdehnten Gummiband. In solchen Fällen besteht die Gefahr, dass in der Blasenwand Taschen entstehen, die dann eine vollständige Entleerung der Blase erschweren. Der intermittierende Katheterismus kann zur Reduktion von folgenden Problemen beitragen:

  • Blasenerschlaffung
  • Nierenschädigung
  • Mit Nierenschäden verbundene Schmerzen und Unannehmlichkeiten
  • Mentale, soziale und körperliche Einschränkungen aufgrund von Schmerzen und Unannehmlichkeiten durch Nierenschäden

Wenn Sie die Entleerung Ihrer Blase nicht kontrollieren können und Episoden von Inkontinenz erleben, kann Ihnen der intermittierende Katheterismus diese Kontrolle zurückgeben, indem er

  • Ungewolltes Einnässen reduziert
  • Die Verwendung von Einlagen usw. unnötig oder seltener erforderlich macht und den Gebrauch von Dauerkathetern erspart
  • Die mit Einlagen verbundenen Hautprobleme reduziert
  • Die mit Inkontinenz-Episoden oder Dauerkathetern verbundenen mentalen, sozialen und körperlichen Einschränkungen reduziert

Wie funktioniert der intermittierende Katheterismus?

Der intermittierende Katheterismus ist eine künstliche Methode zur Blasenentleerung. Er besteht in der regelmäßigen Einführung eines hohlen Plastikschlauchs (eines Katheters) in die Harnröhre. Der Katheter wird in die Harnröhrenöffnung eingeführt und durch Sphinkter und Prostata bis in die Blase vorgeschoben. An einem Ende besitzt der Katheter zwei Ablauföffnungen (Augen). Weil der Katheter hohl ist, kann der Harn abfließen, und die Blase wird entleert. Nach der Blasenentleerung können Sie den Katheter wieder entfernen. Warten Sie mit dem Entfernen des Katheters so lange, bis die Blase wirklich vollständig entleert ist. Ziehen Sie den Katheter langsam heraus, damit auch der Harn am Blasengrund ablaufen kann. Der intermittierende Katheterismus muss in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Am einfachsten ist es, wenn Sie sich dabei täglich nach einem festen Zeitplan richten.

Der intermittierende Katheterismus eignet sich für Männer aller Altersstufen und ist relativ einfach zu bewerkstelligen. Dennoch brauchen Sie eine gewisse Zeit, um zu lernen, sich selbst einen Katheter zu legen. Das Einführen des Katheters in die Harnröhre ist in der Regel einfach und mit nur geringen Unannehmlichkeiten verbunden. Die Katheterisierung muss immer unter Anleitung einer medizinischen Fachkraft erlernt werden. Die Informationen auf diesen Seiten greifen nur die Beratung auf, die Sie von fachlicher Seite bereits erhalten haben.

Mehr zum Thema Katheter

Die intermittierende Katheterisierung war bereits im Altertum den Ägyptern bekannt, die Katheter aus Schilfrohren herstellten. Die Griechen setzten in der Antike Metallröhrchen ein. Der älteste erhaltene Katheter ist aus Bronze gefertigt und wurde in Pompeji gefunden. Auch aus Wachs, Horn, Eingeweiden, Pferdehaar, Metall und PVC wurden in der Vergangenheit Katheter hergestellt. Die Erfindung des Polyurethans brachte bei der Entwicklung moderner Katheter für den intermittierenden Katheterismus wichtige Fortschritte. Polyurethan-Katheter sind weitaus angenehmer als solche aus natürlichen Materialien und enthalten im Gegensatz zu PVC-Kathetern keine Phthalate.

Katheter für den intermittierenden Katheterismus gibt es in verschiedenen Längen. An dem von der Hand gehaltenen Ende besitzen sie einen trichterförmigen Konnektor. Dieser Konnektor kann an einen Sammelbeutel angeschlossen werden, wenn der Katheter beispielsweise außerhalb einer Toilette benutzt wird.

Der Durchmesser eines Katheters wird in Charrière (CH) oder French (FR) angegeben. Drei Charrière entsprechen einem Millimeter. Je kleiner der Wert in Charrière, desto geringer der Durchmesser. Je größer der Wert in Charrière, desto schneller entleert der Katheter die Blase. Verwenden Sie eine ausreichende Charrière-Größe, damit Sie im Vergleich zu den übrigen täglichen Verrichtungen nicht unnötig viel Zeit auf der Toilette verbringen. Ideal ist ein möglichst dünner Katheter, der die Blase in akzeptabler Zeit entleert. Die Katheterdurchmesser reichen von 5 bis 20 Charrière. Die meisten Erwachsenen benötigen Durchmesser von 12 bis 14.

Manchen Menschen kann es schwer fallen, den Katheter durch die engen Passagen der Harnröhre vorzuschieben, beispielsweise durch die Prostata oder den Sphinkter-Muskel am Blasengrund. Für diese Fälle gibt es Katheter mit höherer Steifigkeit oder mit speziell geformten Spitzen, die das Vorschieben des Katheters erleichtern. Ihr Arzt kann Ihnen auch zu einem Katheter raten, der eine Nummer größer ist, um das Einführen zu erleichtern. Die Spitze eines größeren Katheters lässt sich unter Umständen einfacher durch eine enge Passage vorschieben.

Die meisten Katheter, die für die intermittierende Katheterisierung angeboten werden, sind gebrauchsfertige Wegwerfartikel. Eine sterile, gelartige Beschichtung auf dem Katheter hilft beim Einführen und minimiert die Reibung, sodass der Katheter schonend in der Harnröhre gleiten kann. Manche Katheter müssen vor dem Einführen in die Harnröhre 30 Sekunden lang in Wasser gelegt werden, um die Gleitbeschichtung zu aktivieren. Wenn Sie hierzu gefiltertes Leitungswasser verwenden, sorgen Sie dafür, dass der Filter regelmäßig gewechselt wird.

Wiederverwendbare unbeschichtete Katheter sind ebenfalls erhältlich, werden aber nur selten verwendet. Unbeschichtete Katheter müssen vor dem Einführen in die Harnröhre befeuchtet werden. Nach der Verwendung werden sie ausgewaschen und getrocknet.

Verwendung eines Einmalkatheters

1. Die Hände mit Seife und Wasser waschen und abtrocknen. Eine pH-neutrale Seife verwenden, um Reizungen der empfindlichen Haut im Genitalbereich zu vermeiden. Wenn keine Möglichkeit zum Händewaschen besteht, können Feuchttücher verwendet werden. Sie können auch Handschuhe tragen. Eine Desinfizierung der Hände ist dem Händewaschen unter Umständen vorzuziehen.

2. Das obere Ende der Schutzverpackung 5 cm weit aufreißen. Es ist durch einen Pfeil gekennzeichnet. Sie können die Schutzverpackung an der Klebefläche aufhängen oder im Waschbecken ablegen. Stellen Sie sich in die Nähe der Toilettenschüssel und halten Sie einen geeigneten Auffangbehälter griffbereit. Bei eingeschränkter Handfunktion oder Fingerfertigkeit ist der Öffnungsring hilfreich. Befestigen Sie die Klebefläche am Waschbecken und ziehen Sie den Klebering erst auf sich zu und dann nach unten, um die Schutzverpackung zu öffnen.

3. Wenn die Möglichkeit besteht, dass Sie spontan Ihre Blase entleeren können, versuchen Sie dies immer, ehe Sie einen Katheter verwenden. Die Vorhaut vorsichtig zurückziehen und den Peniskopf mit Wasser abwaschen. Um Bakterien zu entfernen, die möglicherweise an der Öffnung zur Harnröhre siedeln, sollten Sie eine spiralförmige Waschbewegung von der Harnröhrenöffnung nach außen machen.

4. Den Penis nach oben in Richtung Bauchdecke halten, um den gradlinigen Verlauf der Harnröhre sicherzustellen. Wenn Sie den Penis auf diese Weise nach oben halten, fällt Ihnen das Vorschieben des Katheters leichter, weil die S-Krümmung der Harnröhre sich in eine U-Form verwandelt. Drücken Sie den Penisschaft nicht zusammen, da dies das Einführen des Katheters erschwert.

5. Den Katheter aus der Schutzverpackung nehmen. Die ersten fünf Zentimeter des Katheters sind nicht gleitbeschichtet, sodass Sie ihn besser festhalten können. Der Katheter darf nichts berühren, ehe Sie ihn in die Harnröhre einführen. Kommt der Katheter mit dem Waschbecken oder Ihrer Kleidung in Kontakt, besteht die Möglichkeit einer Infektion.

6. Drücken Sie behutsam den Peniskopf zusammen, damit sich die Harnröhrenöffnung aufspreizt. Führen Sie den Katheter anweisungsgemäß langsam und vorsichtig in die Harnröhre ein, bis er die Blase erreicht. Möglicherweise spüren Sie einen leichten Widerstand vom Sphinkter. Gehen Sie darum besonders behutsam vor. Schieben Sie den Katheter weiter hinein, bis der Harn abzulaufen beginnt, und schieben Sie ihn dann noch ein paar Zentimeter vor. Wenn Sie das trichterförmige Konnektor-Ende des Katheters umbiegen, ehe der Harnfluss einsetzt, vermeiden Sie Verschmutzungen des Umfeldes durch unkontrolliert austretenden Harn.

7. Sobald der Harnfluss endet, bewegen und strecken Sie sich etwas, um eine vollständige Entleerung der Blase sicherzustellen. Ziehen Sie dann den Katheter langsam heraus. Wenn Sie einen Einwegkatheter ohne Spezialspitze verwenden, ist es empfehlenswert, den Katheter beim Herausziehen langsam zu drehen und die Zugbewegung immer dann zu stoppen, wenn weiterer Harn abfließt. Dies trägt zur vollständigen Entleerung der Blase bei.

8. Entsorgen Sie den Katheter, indem Sie ihn abspülen und in den Hausmüll geben. Den Katheter NICHT in die Toilette werfen. Wenn Sie Handschuhe getragen haben, entsorgen Sie diese ebenfalls. Waschen Sie erneut Ihre Hände. Damit ist der Vorgang abgeschlossen. Eine Desinfizierung der Hände ist dem Händewaschen unter Umständen vorzuziehen.

Verwendung eines Einmalkatheters mit verbesserter Kontrolle

  • Waschen Sie Ihre Hände mit Seife und Wasser.
  • Legen Sie alle benötigten Materialien in gut erreichbarer Nähe bereit.
  • Öffnen Sie die Katheterverpackung.
  • Sie können die Schutzverpackung an der Klebefläche aufhängen, dies erleichtert Ihnen das Öffnen.
  • SpeediCath Control ist bereits in eine sterile Kochsalzlösung eingebettet und dadurch ohne Wartezeit jederzeit gebrauchsfertig. Das verursacht weniger Aufwand und spart Zeit.
  • Entfernen Sie Ihre Kleidung so weit, dass ein ungehindertes Katheterisieren möglich ist.
  • Positionieren Sie sich stehend oder sitzend.
  • Desinfizieren Sie Ihre Hände.
  • Greifen Sie mit der linken Hand den Penisschaft. Ziehen Sie die Vorhaut zurück und spreizen Sie leicht mit dem Daumen der linken Hand die Harnröhrenöffnung.
  • Sprühen Sie ein geeignetes Schleimhautdesinfektionsmittel auf die Eichel, oder desinfizieren Sie die Eichel mit sterilen Kompressen und Schleimhautdesinfektionsmittel.
  • Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisungen des Schleimhautdesinfektionsmittels.
  • Achten Sie nun darauf, dass der Penis nicht mit unsterilen Körperteilen oder Gegenständen in Berührung kommt.
  • Fassen Sie den Katheter mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand am hinteren Ende, um ihn aus der Verpackung zu nehmen.
  • Katheteranteile, die in die Harnröhre eingeführt werden, dürfen mit keinen Gegenständen der Umgebung in Berührung kommen.
  • Heben Sie den Penis in Richtung Bauchdecke, so dass zwischen Penis und Bauchdecke ein Winkel von ca. 60° entsteht. Mit der rechten Hand führen Sie nun den Katheter unter leichter Streckung des Penis ca. 6 bis 8cm in die Harnröhre ein. Möglicherweise spüren Sie einen leichten Widerstand vom Sphinkter.
  • Senken Sie den Penis in die natürliche Lage ab und schieben Sie den Katheter weiter in der Harnröhre vor, bis Urin aus der Blase fließt.
  • Je nach Länge Ihrer Harnröhre müssen Sie möglicherweise auch den dickeren Teil des Katheters einführen, ehe der Harnabfluss einsetzt. Dadurch wird die Harnröhre nicht verletzt, denn sie ist dehnbar und hat einen größeren Durchmesser als der dickere Teil des Katheters.
  • Wichtig! Führen Sie den Katheter niemals mit Gewalt ein. Es besteht sonst erhebliche Verletzungsgefahr für die empfindliche Harnröhre!
  • Sobald der Urinfluss aufhört, ziehen Sie den Katheter Stück für Stück zurück, um die Blase vollständig zu entleeren.
  • Entsorgen Sie das benutzte Material in einen Abfallbehälter und reinigen Sie Genitalbereich und Hände.
  • Damit ist der Vorgang abgeschlossen.


SpeediCath Control zu Trainingszwecken

Ganz einfach in der Handhabung

In der Rehabilitation eines querschnittsgelähmten Menschen ist die Ausbildung der Funktionshand eine der wichtigsten Basisversorgungen.

SpeediCath Control erleichtert die Einführung des Katheters mit einer Funktionshand.

Besonders mit dem Integralgriff oder Flechtgriff ist die Anwendung des Katheters in der aseptischen Technik möglich.

Tipps und Tricks

Beim Einführen des Katheters können Sie stehen oder sitzen. In der Regel bevorzugen Männer die stehende Position. Wenn Sie lieber sitzen, sollte der Stuhl direkt vor oder nahe der Toilettenschüssel stehen.

Überprüfen Sie den Katheter vor dem Einführen. Wenn der Katheter oder seine Schutzverpackung beschädigt ist, verwenden Sie ihn nicht. Der Katheter darf nichts berühren, ehe Sie ihn einführen. Durch den Kontakt mit dem Waschbecken oder Ihrer Kleidung könnte er kontaminiert werden und eine Infektion verursachen.

Vielleicht fühlen Sie sich etwas ängstlich, wenn Sie erstmals einen Katheter in Ihre Harnröhre einführen. Möglicherweise finden Sie die Öffnung der Harnröhre nicht auf Anhieb oder der Katheter rutscht wieder heraus, nachdem Sie ihn ein Stück weit eingeführt haben. Diese Anfangsprobleme sind völlig normal. Denken Sie bitte daran, dass tausende Menschen jeden Alters täglich Katheter einführen. Sie alle haben diese Technik erlernt und Ihnen wird es mit Sicherheit ebenfalls gelingen.

Wenn Sie sich beim Gedanken an das Einführen des Katheters in die Harnröhre unwohl fühlen, besteht ein gewisses Risiko, dass Ihnen beim Katheterisieren schwindelig wird. Um zu vermeiden, dass Sie einen Schwächeanfall erleiden und sich verletzen, sollten Sie sich während des Katheterisierens anfangs hinsetzen, bis Sie mit der Prozedur vertraut sind. Drücken Sie behutsam den Peniskopf zusammen, damit sich die Öffnung der Harnröhre aufspreizt.

Entspannen Sie sich, dann lässt sich der Katheter leichter einführen. Dies gilt vor allem bei den ersten Versuchen. Ängstlichkeit führt dazu, dass sich der Penis oder der Sphinktermuskel zusammenzieht, und sie beeinträchtigt auch Ihre manuelle Geschicklichkeit. Eine warme Dusche oder Entspannungsübungen vor dem Katheterismus können helfen, dass Sie sich entspannter fühlen. Es kann auch hilfreich sein, einige Male zu husten.

Wenn aus bestimmten Gründen Ihre Handfunktion oder Fingerfertigkeit eingeschränkt ist, profitieren Sie möglicherweise von der Verwendung eines Katheters, der beim Einführen eine bessere Kontrolle bietet.

Wenn zuviel Harn „daneben“ geht, sollten Sie beim Katheterisieren eine andere Position in Betracht ziehen. Alternativ können Sie den Katheter auch an einem Auffangbeutel anschließen oder SpeediCath Complete, einen Katheter verwenden, der bereits fest mit einem Auffangbeutel verbunden ist.

Wenn Sie beim Katheterisieren in einem Rollstuhl sitzen, müssen Sie z. B. mit einem Conveen Hosenbügel verhindern, dass der Bund Ihrer Unterhose während der Prozedur hochrutscht. Der Conveen Hosenbügel wurde speziell zu diesem Zweck entwickelt. Alternativ können Sie auch einen Kleiderbügel verwenden. Hierzu schieben Sie den Kleiderbügel unter die Beine und hängen den Unterhosenbund am Haken des Bügels ein. Um das Einnässen Ihrer Kleidung zu verhindern, sollten Sie ein Tuch unter Ihren Penis legen. Aus hygienischen Gründen muss das Tuch danach entsorgt werden.