Häufig gestellte Fragen
Werde ich das jemals lernen?
Wahrscheinlich werden Sie sich bei dem Gedanken, einen Katheter in Ihre Harnröhre und Blase einzuführen, anfangs unsicher oder sogar ängstlich fühlen. Das geht den meisten Menschen so. Schließlich aber werden Sie lernen, sich selbst einen Katheter zu legen und das ganz normal finden. Die meisten Menschen machen sich innerhalb weniger Tage mit der Vorgehensweise vertraut. Sie wird so selbstverständlich wie das tägliche Zähneputzen. Nachfolgend finden Sie Antworten auf Fragen, die im Zusammenhang mit dem intermittierenden Katheterismus am häufigsten gestellt werden.
Häufig gestellte Fragen zu den Lerninformationen
Speedicath
Welche Umstände können sich auf die Schleimhaut der Harnröhre auswirken und sie empfindlicher gegenüber dem Katheterismus machen?
Die häufigste Ursache ist eine Harnwegsinfektion, doch auch Stenosen (Verengungen der Harnröhrenöffnung bzw. der Harnröhre durch Aufbau von Bindegewebe) verursachen eine erhöhte Reibung und damit ein höheres Risiko für Verletzungen der Harnröhre.
Enthält irgendein Teil des SpeediCath-Produkts Eiweiß menschlicher oder tierischer Herkunft?
Nein. Katheter, Beschichtung, Befeuchtungslösung und Verpackung enthalten kein Eiweiß menschlicher oder tierischer Herkunft.
Enthält die SpeediCath-Beschichtung Stärke?
Nein.
Innerhalb welcher Zeit trocknet die Beschichtung des SpeediCath aus?
Wir empfehlen, den SpeediCath-Katheter nach dem Entnehmen aus seiner Verpackung innerhalb von 10 Minuten einzuführen.
Die Zeit, bis die Beschichtung zu trocken ist, lässt sich nur schwer exakt angeben. Sie hängt auch von der Menge an Flüssigkeit ab, die der Endbenutzer getrunken hat. Wenn der Endbenutzer sehr stark dehydriert ist, kann sich auch ein Katheter trocken anfühlen, der nur 10 Minuten lang der Luft ausgesetzt war, weil die Schleimhaut einen Teil des Wassers aus der Beschichtung absorbiert. Je länger der Katheter ohne Schutzverpackung ist, desto stärker trocknet er aus.
Ist SpeediCath frostbeständig?
Wir empfehlen die Lagerung der Katheter bei Raumtemperatur. Die Katheter werden jedoch nicht beschädigt, wenn sie maximal 24 Stunden extremen Temperaturen (unter 0 °C und bis zu 60 °C) ausgesetzt sind.
Wie lange darf ein SpeediCath maximal aufgerollt oder gefaltet sein?
Ein SpeediCath darf höchstens drei Stunden aufgerollt oder gefaltet bleiben. Wird er länger als drei Stunden unter diesen Bedingungen aufbewahrt, behält er möglicherweise diese Form bei und der Katheter kann geknickt oder verdreht sein.
Enthält der SpeediCath Methylparaben?
Nein.Wird die Oberfläche des SpeediCath durch zusätzliches Benetzen mit Wasser noch weicher?
Nein. Die Katheterbeschichtung ist bereits voll aktiviert und gebrauchsfertig, denn der Katheter ist innerhalb seiner Schutzverpackung permanent in sterile Kochsalzlösung eingebettet. Im Gegenteil kann das Benetzen mit Wasser anstelle von Kochsalzlösung die Qualität der Beschichtung sogar beeinträchtigen, weil sich dies negativ auf die Osmolarität der Beschichtung auswirkt.
Sind der SpeediCath und seine Schutzverpackung silikonfrei?
Ja. Weder das Produkt noch seine Schutzverpackung enthalten Silikon. Manche Anbieter von Katheter-Rohlingen verwenden im Extrusionsprozess Silikonöle als Gleitmittel, sodass sich auf manchen Kathetern Rückstände von Silikon befinden können. Bei der Herstellung der Rohlinge für SpeediCath-Katheter ist die Verwendung von Silikonölen streng untersagt, weil selbst geringste Mengen solcher Ölrückstände die Haftung der hydrophilen Beschichtung auf dem Katheter-Rohling beeinträchtigen könnten.
Enthält SpeediCath Thiuram?
Nein. Die Substanz Thiuram gehört zu einer Carbonatgruppe von Chemikalien, die in Gummi vorkommen. Thiuram wird als Vernetzungsmittel beispielsweise in Verbindung mit Latex verwendet. Für PU (Polyurethan), aus dem der SpeediCath-Katheter besteht, wird kein Thiuram verwendet.
Was sind Phthalate?
Phthalate sind eine Gruppe von Chemikalien, die häufig als Weichmacher für PVC Verwendung finden. Phthalate reichern sich bei häufiger Exposition im menschlichen Fettgewebe an. Man schreibt Phthalaten außerdem Wirkungen zu, die denen von Östrogen vergleichbar sind, sodass sie möglicherweise das Hormonsystem stören. Darum müssen laut EU-Gesetzgebung alle Hersteller ab 2011 Produkte kennzeichnen, die Phthalate enthalten.
Was ist PVC?
PVC ist die Abkürzung für Polyvinylchlorid, das in der chemischen Industrie am häufigsten verwendete Material. PVC ist eigentlich hart, kann aber durch die Zugabe von Phthalaten für die Herstellung von Kathetern weich gemacht werden. Beim Verbrennen von PVC entstehen immer große Mengen an Abfallstoffen. Wird PVC mit Phthalaten als Weichmacher auf Müllkippen deponiert, stellt es ein Umweltrisiko dar, weil die Phthalate ins Grundwasser gelangen.
Education Info FAQs
Fragen zur Verwendung von Kathetern:
Wie häufig sollte ich katheterisieren?
Dies ist individuell verschieden und abhängig vom Grund für die Katheterisierung, der Menge an Flüssigkeit, die Sie zu sich nehmen, und ob Ihnen beispielsweise zusätzlich Medikamente verschrieben wurden. Wichtig ist, den Katheterismus nach einem festen Zeitplan durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Blase dabei vollständig entleert wird. Manche Menschen müssen ihre Blase tagsüber alle drei bis vier Stunden entleeren. Bei anderen genügt es vielleicht, die Prozedur ein- oder zweimal am Tag durchzuführen. Rastlosigkeit, Schwitzen, Kältegefühl, Kopfschmerzen und Völlegefühl sind Zeichen, dass es Zeit für den Katheter ist, auch wenn es im normalen Zeitplan nicht vorgesehen ist. Denken Sie daran, dass die Blase nicht überdehnt werden sollte. Im Allgemeinen wird empfohlen, während der Wachstunden nicht häufiger als alle zwei Stunden den Katheter zu verwenden und den Schlaf hierzu möglichst nicht zu unterbrechen. Eine zusätzliche Katheterisierung ist absolut akzeptabel, wenn in den folgenden Stunden keine Toilette zur Verfügung stehen wird oder Geschlechtsverkehr bevorsteht.
Wenn Sie den Katheter verwenden, um die Harnröhre nach einer Operation zu weiten, geschieht das in der Regel im ersten Monat zweimal wöchentlich und in den nächsten 12 Monaten einmal wöchentlich.
Ihre Pflegekraft oder Arzt informiert Sie darüber, wie häufig Sie katheterisieren müssen. Anfangs werden Sie möglicherweise gebeten, ein Tagebuch darüber zu führen, wie viel Harn bei jeder Katheterisierung abfließt. Diese Information bildet eine gute Ausgangsbasis für die Ausarbeitung des optimalen Katheterismus-Zeitplans.
Worin besteht der Größenunterschied bei Kathetern?
Der Durchmesser eines Katheters wird in Charrière (CH) oder French (FR) angegeben. Drei Charrière entsprechen einem Millimeter. Je kleiner der Wert in Charrière, desto geringer der Durchmesser. Je größer der Wert in Charrière, desto schneller entleert der Katheter die Blase. Seien Sie sich bewusst, dass kleine Katheter die Blase tendenziell weniger effizient entleeren. Verwenden Sie eine ausreichende Charrière-Größe, damit Sie im Vergleich zu den übrigen täglichen Verrichtungen nicht unnötig viel Zeit auf der Toilette verbringen. Ideal ist ein möglichst dünner Katheter, der die Blase in akzeptabler Zeit entleert. Die Katheterdurchmesser reichen von 5 bis 20 Charrière. Die meisten Erwachsenen benötigen Durchmesser von 12 bis 14.
Welchen Katheter sollte ich verwenden?
Es ist sehr wichtig, dass Sie den richtigen Katheter in der richtigen Größe verwenden. Ihre Pflegekraft wird Ihnen bei der Erstberatung helfen, den richtigen Katheter zu finden.
Was kann ich tun, wenn sich der Katheter nicht einführen lässt?
Wenden Sie beim Einführen niemals Gewalt an. Wenn Sie es vergeblich versucht haben, bleiben Sie ruhig und geraten Sie nicht in Panik. Versuchen Sie es nicht sofort erneut. Wahrscheinlich hat sich der Sphinktermuskel reflexartig zusammengezogen und darum funktioniert das Einführen des Katheters nicht. Versuchen Sie, sich zu entspannen. Manchmal hilft dabei ein warmes Bad. Auch mehrfaches Husten ist hilfreich. Tun Sie Ihr Bestes, um sich vor dem nächsten Versuch zu entspannen. Gelingt das Einführen des Katheters weiterhin nicht, nehmen Sie Kontakt mit der Pflegekraft, dem Hausarzt oder dem Kontinenzberater auf.
Wenn aus bestimmten Gründen Ihre Handfunktion oder Fingerfertigkeit eingeschränkt ist, profitieren Sie möglicherweise von der Verwendung eines Katheters, der beim Einführen eine bessere Kontrolle bietet. Weiterlesen.
Eventuell benötigen Sie weitere persönliche Anleitungen. In sehr schwierigen Fällen kann Hilfe nötig sein.
Was kann ich tun, wenn sich der Katheter nicht herausziehen lässt?
Auch hier gilt: Ruhe bewahren. Eine kurze Entspannungspause von fünf bis zehn Minuten sollte genügen, damit Sie beim erneuten Versuch den Katheter erfolgreich herausziehen können. Auch durch Husten können Sie Ihre Muskeln entspannen. Ein warmes Bad ist ebenfalls hilfreich. Hilft all dies nicht weiter, wenden Sie sich an einen Arzt.
Kann ich den Katheter erneut verwenden?
Alle beschichteten Katheter sind für den einmaligen Gebrauch gedacht, da die Gleitbeschichtung nach dem Gebrauch nicht mehr funktionsfähig ist. Nur speziell entwickelte Mehrwegkatheter können erneut verwendet werden.
Wie sollten Katheter aufbewahrt werden?
Bewahren Sie Ihre Katheter in der Originalverpackung, flach liegend, bei Raumtemperatur und für Kinder unzugänglich auf. Falls Sie den Katheter beispielsweise für den Transport falten oder einrollen müssen, darf der Katheter nicht länger als drei Stunden lang in diesem Zustand verbleiben. In ihrer Schutzverpackung bleiben die Katheter steril. Ist die Schutzverpackung in irgendeiner Form beschädigt, entsorgen Sie den Katheter unbenutzt.
Wie bekomme ich meine Katheter?
Ihr Gesundheitsberater nimmt Ihre Daten auf und stellt das Bezugsrezept aus, damit Sie sicher den für Sie empfohlenen Katheter erhalten.
Harnwegsinfektionen
Was ist eine Harnwegsinfektion?
Eine Harnwegsinfektion ist eine Infektion im Harntrakt (bestehend aus den beiden Nieren, den beiden Harnleitern, der Blase und der Harnröhre).
Wie kann ich mir eine Harnwegsinfektion zuziehen?
Die Anwesenheit von Bakterien im Harntrakt ist sehr verbreitet und nicht unbedingt ein Problem. Wachsen jedoch die Bakterien und vermehren sie sich über ein bestimmtes Maß hinaus, können sie eine Infektion der Harnwege verursachen, die behandelt werden muss. Wird die Blase nicht vollständig und regelmäßig entleert, ist mit Wachstum und Vermehrung der Bakterien zu rechnen. Manche Menschen ziehen sich leichter als andere eine Harnwegsinfektion zu. Warum das so ist, weiß man noch nicht. Bekannte Faktoren, die das Risiko einer Harnwegsinfektion erhöhen, sind Krankheitszustände wie eine vergrößerte Prostata, Steine im Harntrakt und die Verwendung von Verweilkathetern.
Wie kann sich eine Harnwegsinfektion auf mein Leben auswirken?
Eine Harnwegsinfektion kann mit Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit, Bauchschmerzen und Verlust der Blasenkontrolle verbunden sein. Die Symptome sind von Mensch zu Mensch verschieden. Häufig aber bedeutet eine Harnwegsinfektion Einschränkungen im Alltagsleben, beispielsweise aufgrund von Schmerzen. Eine Harnwegsinfektion ist nicht unbedingt gesundheitsschädlich, doch sie kann sich kurzfristig hinderlich auf Ihr Alltagsleben auswirken. Außerdem muss eine Harnwegsinfektion beobachtet werden, weil sie Anzeichen für ein Problem mit dem Harntrakt sein kann, das zur Vermeidung dauerhafter Schäden behandelt werden muss. Kehren Harnwegsinfektionen immer wieder, können sie letztlich zu dauerhafteren Schädigungen des Harntrakts führen.
Wie kann ich eine Harnwegsinfektion vermeiden?
Sie können eine Menge tun, um einer Harnwegsinfektion aus dem Wege zu gehen. Achten Sie auf gute Körperhygiene. Das bedeutet: Sie müssen Katheter anweisungsgemäß aufbewahren und handhaben, Ihre Hände und Genitalien wie empfohlen waschen und sicherstellen, dass der Katheter vor dem Einführen in die Harnröhre nichts anderes berührt hat. Achten Sie auf die vollständige Entleerung der Blase. Sie müssen dazu den Katheter wirklich bis in die Blase vorschieben. Warten Sie so lange, bis die Blase völlig entleert ist, und ziehen Sie den Katheter dann langsam zurück. Entleeren Sie die Blase regelmäßig gemäß den Anweisungen, die Sie erhalten haben.
Woran erkenne ich, dass ich mir eine Harnwegsinfektion zugezogen habe?
Die Symptome einer Harnwegsinfektion sind unterschiedlich und oft kaum merklich. Zu den Symptomen gehören Schmerzen beim Wasserlassen, Unwohlsein oder Schmerzen im Nierenbereich (Rücken) oder Blasenbereich (Bauch), Harninkontinenz, erhöhte Krampfneigung, Schüttelfrost, trüber und übel riechender Urin, Müdigkeit, Unfähigkeit, den Katheter in die Blase einzuführen, und allgemeines Unbehagen. Ein unbehandelter Harnwegsinfekt kann zu einer Niereninfektion führen. Zu den möglichen Symptomen einer schweren Harnwegsinfektion gehören alle oben aufgeführten Anzeichen sowie erhöhte Temperatur (38,3 °C und mehr über mindestens 24 Stunden hinweg), Übelkeit, Erbrechen, Blut im Urin, Schüttelfrost und Frieren. Bei solchen Symptomen sollten Sie die Pflegekraft oder den Hausarzt konsultieren.
Wie wird eine Harnwegsinfektion behandelt?
Harnwegsinfektionen können medizinisch mit Antibiotika behandelt werden. Wenn Sie Antibiotika erhalten, müssen Sie unbedingt den Anweisungen Ihres Arztes folgen und den gesamten Behandlungszyklus abschließen. Wenn Sie den Empfehlungen Ihres Arztes nicht Folge leisten, können sich resistente Bakterien entwickeln, und das Risiko einer wiederkehrenden Harnwegsinfektion steigt. Durch Aufnahme von viel Flüssigkeit wird der Harntrakt durchgespült und die Genesung von einer Harnwegsinfektion unterstützt.
Gesundheit
Wie häufig sollte ich den Arzt aufsuchen?
Suchen Sie den Arzt immer gemäß seinen Empfehlungen für regelmäßige Kontrolluntersuchungen auf. Benachrichtigen Sie den Arzt außerdem sofort, wenn Sie trüben, faulig riechenden Urin ausscheiden oder wenn Sie Schmerzen oder Brennen beim Einführen des Katheters oder beim Wasserlassen spüren. Ein Arztbesuch ist auch angezeigt, wenn Sie Blut im Urin, Fieber, Frösteln oder Rückenschmerzen haben oder wenn Sie den Katheter nicht in die Blase einführen können.
Welche allgemeinen Regeln gibt es bezüglich Medikamenten?
Informieren Sie Ihren Arzt immer über alle Medikamente, die Sie gerade einnehmen. Dies gilt auch für rezeptfreie Mittel. Der Arzt verschreibt Ihnen möglicherweise ein Medikament, das die Entleerung der Blase beim Katheterismus unterstützt.
Wie viel sollte ich trinken?
Jeder Mensch muss um gesund zu bleiben täglich Flüssigkeit zu sich nehmen. Die Empfehlung lautet 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag. Ihr Arzt oder die Pflegekraft berät Sie bezüglich des besonderen Flüssigkeitsbedarfs im Zusammenhang mit Ihrem Katheterismusprogramm. Beispielsweise können Sie den Rat erhalten, die Flüssigkeitsaufnahme einige Stunden vor dem Zubettgehen einzuschränken, damit Sie eine ungestörte Nachtruhe haben. Koffeinhaltige Getränke (Kaffee und Tee) regen die Harnproduktion an. Sie sollten sich darum auf zwei bis drei Tassen täglich beschränken.
Gibt es Symptome, auf die ich achten sollte?
Ja. Wenn Sie Schmerzen spüren oder wenn Ihr Urin trüb ist, eine dunkle Färbung hat oder übel riecht und wenn Sie beim Wasserlassen oder Katheterismus ein Brennen spüren, müssen Sie Kontakt mit Ihrer Pflegekraft, dem Hausarzt oder dem Kontinenzberater aufnehmen. Wenn Sie sich fiebrig fühlen, kann dies das Anzeichen für eine Infektion sein und Sie sollten dringend ärztlichen Rat einholen.
Was soll ich tun, wenn ich Blut sehe?
Bleiben Sie ruhig. Ein paar Tropfen Blut am Katheter sind ganz normal, vor allem wenn der Katheterismus für Sie noch neu und ungewohnt ist. Häufigster Grund dafür ist eine Reizung der Harnröhre durch den Katheter. Normalerweise verschwindet das Blut nach einigen Tagen. Vielleicht nehmen Sie auch gerade Medikamente ein, die eine erhöhte Blutungsneigung mit sich bringen. Wenn die Blutung jedoch anhält, müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
Was soll ich tun, wenn ich Schmerzen spüre?
Schmerzen beim Katheterisieren treten vor allem anfangs auf und können durch Anspannung und Ängstlichkeit verstärkt werden. Damit der Katheter sich so leicht wie möglich vorschieben lässt, muss der Penis bei der Katheterisierung im richtigen Winkel gehalten werden. Nach einigen Tagen der Übung werden Sie die anfänglichen Angstgefühle sicher überwunden haben und beim Katheterisieren keine Schmerzen mehr spüren. Bei anhaltenden Schmerzen beim Katheterisieren und bei Schmerzen in Rücken oder Bauch sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen.
Lebensführung
Was kann ich unterwegs tun?
Die Unterbrechung der täglichen Katheterismus-Routine ist einer der Hauptgründe für die Entwicklung einer Harnwegsinfektion. Gelegentlich werden Sie sich in Situationen oder an Orten wiederfinden, die Ihnen für eine Katheterisierung unpassend erscheinen. Vielleicht verspüren Sie dann die Neigung, die Prozedur auf später zu verschieben, die Hygieneroutine zu vernachlässigen oder einfach weniger als nötig zu trinken. Denken Sie gerade in solchen Situationen daran, dass Sie den Katheterismus nahezu überall durchführen können. Dazu muss nur ein Mindestmaß an Privatsphäre gewahrt bleiben und ein gebrauchsfertiger Katheter zur Hand sein. Mit einem gebrauchsfertigen Katheter müssen Sie kein sauberes Wasser mit sich führen oder finden. Viele Menschen, die einen Katheter verwenden, entleeren den Harn vorzugsweise direkt in die Toilette. Sie können aber auch jedes andere geeignete Gefäß dazu verwenden, beispielsweise einen Beinbeutel, einen Nachtbeutel oder jedes andere wasserdichte Behältnis. In den genannten Situationen kann auch ein speziell entwickeltes Katheterset nützlich sein, bei dem Katheter und Beutel bereits fest miteinander verbunden sind.
Welche Tipps gibt es für Reisen und Urlaub?
Nehmen Sie immer Extrakatheter mit auf die Reise, weil sich Ihre Rückkehr verzögern kann. In warmen Ländern müssen Sie wahrscheinlich mehr trinken und darum häufiger katheterisieren. Führen Sie Ihre Katheter und das Zubehör immer im Handgepäck mit, denn aufgegebene Koffer könnten verloren gehen. Um Probleme am Zoll zu vermeiden, bitten Sie Ihren Arzt um eine schriftliche Bestätigung, dass die Katheter aus medizinischen Gründen notwendig und für Ihren persönlichen Gebrauch bestimmt sind. Die Bestätigung sollte auch die Kontaktdaten des Arztes beinhalten oder Ihren medizinischen Zustand für den Fall beschreiben, dass Sie eine ärztliche Behandlung benötigen. Es ist von Vorteil, wenn die Bestätigung des Arztes in den wichtigsten Sprachen verfasst ist. Möglicherweise können Sie auch von Ihrer örtlichen Coloplast-Zweigstelle als Serviceleistung eine solche Bestätigung erhalten. Informieren Sie sich vor der Abreise über die Adressen von Krankenhäusern und Apotheken am Zielort. Gebrauchsfertige Katheter sind nicht in allen Ländern erhältlich und selbst wenn, kann es schwierig sein, auf Reisen das Rezept eines Arztes für solche Katheter zu bekommen. Wenn Sie sich zusätzliche Katheter an den Zielort liefern lassen, denken Sie daran, dass die Lieferung länger als an ihre Heimadresse dauern kann.
Wenn Sie keine gebrauchsfertigen Katheter verwenden, verlassen Sie sich nicht auf die Qualität des Leitungswassers am Zielort. Benutzen Sie Mineralwasser aus Flaschen oder ein Katheterismus-Set, das auch eine Ampulle Wasser enthält. Desinfizieren Sie unbedingt Ihre Hände, denn die Bakterien vor Ort unterscheiden sich wahrscheinlich von denen zuhause.
Bei Kurzstreckenflügen sollten Sie vor dem Abflug die Blase entleeren.
Bei Langstreckenflügen können Sie einen mit einem Behälter fest verbundenen Katheter verwenden. Der Katheterismus kann sogar an Ihrem Sitzplatz erfolgen, wenn Sie Ihren Schoß mit einer Decke vor Blicken schützen. Die anderen Passagiere werden in der Regel Verständnis für Ihre Situation aufbringen. Wenn eine Selbstkatheterisierung während einer längeren Reise nicht möglich ist, besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Möglichkeit, einen besonderen Typ von Katheter zu verwenden, der für die Dauer der Reise in Ihrer Blase verbleiben kann. Denken Sie bei Fernreisen daran, dass der Zielort in einer anderen Zeitzone liegen könnte, was eine Anpassung Ihres Katheterismus-Zeitplans erforderlich macht.
Beeinträchtigt der Katheterismus mein Sexleben?
Intermittierender Katheterismus wirkt sich nur äußerst selten störend auf die sexuelle Aktivität aus. Im Gegenteil kann der Selbstkatheterismus hier in vielen Fällen für mehr Lockerheit sorgen, denn Sie müssen sich keine Sorgen über eine ungewollte Blasenentleerung machen. In der Regel ist es ratsam, die Blase vor und nach dem Geschlechtsverkehr zu entleeren. Das Thema Sexualität sollten Sie auch mit Ihrem Arzt oder der Pflegekraft besprechen.
SpeediCath Control
Kann der dickere Teil des Katheters in die Harnröhre eingeführt werden?
Ja. Der Übergang vom dünneren zum geringfügig dickeren Teil des Katheters ist kein Stoppzeichen. Die Harnröhre eines Mannes ist 15 bis 30 cm lang. Je nach Länge Ihrer Harnröhre müssen Sie möglicherweise auch den dickeren Teil des Katheters einführen, ehe der Harnabfluss einsetzt. Dadurch wird die Harnröhre nicht verletzt, denn sie ist dehnbar und hat einen größeren Durchmesser als der dickere Teil des Katheters. Der dickste Teil des SpeediCath Control-Katheters hat die Größe 16. An der Penisspitze beträgt der Durchmesser der Harnröhre etwa 6 bis 7 mm, was einer Kathetergröße von 18 bis 21 entspricht.
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